In der Welt der Ordnungscoaches gibt es eine Vielzahl von Optionen und unterschiedlichen Schwerpunkten.
Immer mehr Coaches werben neuerdings mit Zertifikaten, doch nicht immer wird klar, welche tatsächlichen Qualifikationen und Erfahrungen dahinterstehen. Für Außenstehende kann es so erscheinen, als wären sie gleichbedeutend mit umfassendem Fachwissen. Doch wahre Tiefe in der Arbeit mit Ordnung entsteht oft durch eigene Erfahrung, Reflexion und das tiefe Verständnis der psychologischen Aspekte dahinter.
Finde deine eigene Form von Ordnung, die dir hilft, dein Leben in vollen Zügen zu genießen. Denn am Ende zählt nicht die perfekte Ordnung, sondern dein Wohlbefinden und das Gefühl, wirklich zu leben.
Und genau hier beginnt die Komplexität.
In den sozialen Medien sehe ich viele frisch zertifizierte Coaches. Doch Zertifikate allein ersetzen nicht die tiefgehende Erfahrung im Umgang mit den emotionalen und psychologischen Hintergründen von Ordnung. Der Wunsch nach äußerer Ordnung ist oft mehr als nur ein ästhetisches Bedürfnis – er spiegelt innere Unruhe wider und kann ein Schritt auf dem Weg zur inneren Balance sein. Wahre Veränderung braucht jedoch mehr als das bloße Aufräumen des Äußeren – sie erfordert auch Selbstwertschätzung, Selbstliebe und die Fähigkeit zur Abgrenzung.
In meinen eigenen Erfahrungen habe ich gelernt, dass mein früherer Drang zur Ordnung auch ein Zeichen meiner inneren Kämpfe war. Der Wunsch, alles perfekt zu halten, war für mich ein Ausdruck meines Bedürfnisses nach Kontrolle in Zeiten des Chaos. Mit der Zeit und mit innerer Heilung habe ich jedoch gelernt, dass Unordnung keinesfalls negativ ist. Heute fühle ich mich selbstbewusst und zufrieden damit, auch mal die Dinge ihren Lauf zu lassen – etwas, das ich als wertvolle Erkenntnis empfinde.
Die Zertifizierung von Coaches hat ihre Daseinsberechtigung, da sie oft ein gewisses Maß an Fachwissen signalisiert und somit zur Sichtbarkeit im Internet beiträgt. Häufig sieht man frische Coaches, die stolz die Logos (bekannt aus TV und Zeitschriften) ihrer „Ausbilderin“ auf ihren Seiten präsentieren. Dies kann für die Ausbilderin bedeutsam, wichtig und richtig sein, spiegelt jedoch nicht automatisch die Qualifikation des neuen Coaches wider.
Eine häufig genannte Formel in der Coaching-Welt ist die Aussage, dass „deine Unordnung ein Spiegel deiner Seele“ ist.
Interessanterweise war ich selbst in der Vergangenheit sehr, sehr penibel (zwanghaft) ordentlich, während bzw. WEIL ich innerlich mit Herausforderungen zu kämpfen hatte.
Mit der Heilung und der Akzeptanz meiner Vergangenheit kam der Frieden, der es mir ermöglicht, das Leben in seiner ganzen Breite zu genießen und tatsächlich dadurch auch eine (überschaubare, gesunde) Unordnung zuzulassen.
Ein entscheidender Punkt, der oft übersehen wird, ist die psychologische Dimension in der Arbeit mit den Kunden. Es reicht nicht immer aus, Techniken zur Aufräumung zu vermitteln. Wichtiger ist das Verständnis des Menschen hinter dem Chaos. Jeder Kunde bringt eine eigene Geschichte und oft unausgesprochene innere Herausforderungen mit. Daher kann es notwendig sein, zuerst an den inneren Themen zu arbeiten, bevor man die äußeren Strukturen angreift. Manchmal kann die Arbeit an der äußeren Ordnung sogar hinderlich sein, wenn die inneren Konflikte nicht bearbeitet worden sind.
Ich lade alle ein, diese Themen offen zu hinterfragen und unterschiedliche Ansätze respektvoll zu betrachten. Ich persönlich bin stolz darauf, meinen eigenen Weg gefunden zu haben, und wünsche jedem, die Balance zwischen innerer und äußerer Ordnung zu erlangen.
Letztlich zählt: Finde deine eigene Form von Ordnung, die dir hilft, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Denn am Ende ist es nicht die perfekte Ordnung, die zählt, sondern dein Wohlbefinden und das Gefühl, wirklich zu leben.
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