Warum Selbstliebe alles verändert
Viele Menschen glauben, dass wahres Glück nur in einer Beziehung möglich ist. Doch ich habe eine andere Erfahrung gemacht. Seit vielen Jahren bin ich nun Single. Immer wieder lerne ich neue Menschen kennen, treffe mich mit ihnen, aber am Ende reicht es nicht für eine feste Beziehung.
Auffällig ist, dass ich zunehmend Frauen begegne, die ebenfalls lange Single sind und das gleiche Phänomen erleben: Sie sind glücklich.
Natürlich wäre es schön, jemanden an meiner Seite zu haben, der loyal ist und auf den ich mich verlassen kann. Doch ich bin lieber glücklich allein als unglücklich zu zweit. Ich sehe keinen Sinn darin, Probleme in einer Beziehung zu lösen, die ich alleine gar nicht hätte.
Erkenntnisse über Beziehungen und Selbstliebe
Bereits 2010 sagte ich meinem besten Freund:
"Das Glück muss man in sich selbst finden, und eine Beziehung sollte eine Bereicherung sein."
Es ist nie gut, wenn einer dem anderen sagt: "Ich brauche dich." Brauchen bedeutet Mangel und Abhängigkeit. Eine Partnerschaft oder Freundschaft sollte das Leben bereichern, Freude bereiten und im besten Fall gemeinsames Wachstum ermöglichen.
Natürlich gibt es auch in schwierigen Zeiten Momente, in denen man zusammenhalten sollte – aber nicht, indem jemand dem anderen die Energie raubt. Unterstützung ist wichtig, besonders in Krisenzeiten, doch sie sollte nicht dazu führen, dass jemand in eine Opferrolle fällt oder Abhängigkeiten entstehen.
Ich habe lange gebraucht, um das zu verstehen. Früher war ich selbst in einer Opferrolle gefangen, gefangen in depressiven, suizidalen Gedanken, die nicht nur mir, sondern auch meinen Partnern Energie entzogen haben. Gleichzeitig hatte ich Partner, die sich nur größer fühlten, wenn sie mich klein machten.
Heute kann ich sagen: Ich habe das Glück in mir
gefunden.
Ich habe gelernt, mich selbst zu lieben – und festgestellt, dass ich vollkommen ausreichend bin.
Verschlossenheit durch negative Erfahrungen: Warum wir anziehen, was wir ausstrahlen
In meiner Arbeit mit Kunden, die lange Single sind, stelle ich oft fest, dass viele sich zunehmend verschließen. Sie wünschen sich eine Beziehung, aber handeln aus negativen Erfahrungen heraus – oft unbewusst.
Wer tief in sich glaubt, immer wieder enttäuscht zu werden, sendet genau diese Energie aus. Und genau dadurch zieht man oft Menschen an, die diesen Glauben bestätigen. Vielleicht erkennen wir unbewusst Verhaltensmuster, die uns vertraut sind, selbst wenn sie uns nicht guttun.
Ich höre oft Sätze wie:
"Alle Männer betrügen." oder "Es gibt keine guten Frauen
mehr."
Doch wer so denkt, blockiert sich selbst. Wir müssen lernen, offen zu bleiben – trotz der negativen
Erfahrungen.
Jeder neue Mensch kann anders sein. Es ist unfair, jemanden nicht kennenzulernen, nur weil man aufgrund früherer Erlebnisse eine negative Einstellung entwickelt hat.
Mir wurde einmal die Frage gestellt, ob ich möglicherweise weniger kompromissbereit bin und deshalb keinen Mann finde. Ich kann das eindeutig verneinen. Im Gegenteil: Ich bin heute in vielen Aspekten kompromissbereiter als früher. Mein Blick auf Beziehungen hat sich jedoch im Laufe der Jahre verändert.
Prioritäten verschieben sich. Ein Beispiel: In meinen Zwanzigern wollte ich einen Mann, der Kinder haben möchte. In meinen Mittdreißigern war mir wichtig, dass er meine Kinder akzeptiert. Jetzt, Ende 40, wünsche ich mir jemanden, der selbst Kinder hat oder kinderlos ist, aber keine kleinen Kinder mehr betreut.
Ich selbst bin nicht verschlossen, aber auch nicht aktiv auf der Suche. Mein Fokus liegt auf meiner Arbeit, meiner Selbstständigkeit und darauf, die Zeit mit meinen Kindern zu genießen. Ich glaube daran, dass alles so kommt, wie es kommen soll.
Und wenn das Universum, Gott oder das Leben möchte, dass ich mich verliebe – dann wird mir der richtige Mensch begegnen.
Auch der Verlust meines gefühlten Seelenpartners hat mir eines gezeigt:
Ich kann lieben.
Ich weiß, was es bedeutet, wenn Liebe größer ist als all die Dinge, die vielleicht an einem Menschen stören.
Obwohl dieser Verlust mir damals den Boden unter den Füßen weggerissen hat, habe ich heute meinen Frieden damit gefunden. Ich verstehe nun, dass es gut so war, wie es gekommen ist. Denn ohne diesen Schmerz hätte ich mich niemals so weiterentwickeln können.
Er war noch nicht bereit, seine eigene Seelenreise anzunehmen oder auf sein Gefühl zu vertrauen. Vielleicht müssen manche Menschen mehrere Leben leben, um dorthin zu gelangen. Ich glaube fest daran, dass es mehrere Seelen gibt, die uns nahe stehen – und dass wir in unterschiedlichen Leben immer wieder zueinanderfinden.
Das mag esoterisch klingen, doch dieses tiefe Vertrauen in mir hat mich gestärkt. Es hat mir geholfen, die Liebe in mir selbst zu finden. Denn nur weil eine Liebe in diesem Leben nicht existiert, heißt es nicht, dass sie verschwunden ist. Sie wird in einer anderen Form oder zu einer anderen Zeit wiederkommen. Oder vielleicht wartet etwas noch viel Besseres auf mich.
Seelen ziehen sich gegenseitig an – sei es, um einander zu begleiten oder um eine wichtige Botschaft zu hinterlassen. Ich habe die Botschaft verstanden:
Ich bin nicht weniger liebenswert, nur weil er sich nicht zu dieser Liebe bekennen konnte. Er war einfach noch nicht so weit.
Oder vielleicht sollte es genau so sein – weil mein Weg darin bestand, meine eigene innere Kraft zu finden. Und diese hätte ich niemals entdeckt, wenn er an meiner Seite geblieben wäre.
Letztlich prägt uns jede Begegnung – genauso wie unsere Eltern, unsere Kinder oder andere Menschen, die unser Leben streifen.
Am Ende ist es unsere Aufgabe, allein zurechtzukommen und herauszufinden:
Wer will ich sein? Wer bin ich überhaupt? Wo liegen meine Stärken und Schwächen?
Oft kann man diese Antworten nur in der Einsamkeit finden – zumindest war es bei mir so. Wobei „allein“ relativ ist, denn auch meine Kinder haben mich geprägt. Sie haben mir geholfen, meine Vergangenheit, meine Kindheit und die Dämonen, die ich mit mir trug, zu erkennen und zu heilen.
Ich habe sie immer auf Augenhöhe wahrgenommen – und ihr Spiegelbild hat mir so viel über mich selbst gezeigt. Dafür bin ich zutiefst dankbar. Besonders, weil ich in der Lage war, in diesem Spiegel mein wahres Ich zu erkennen.
Es ist verrückt, was Selbstliebe mit uns macht
Seit ich mich selbst liebe, hat sich so vieles verändert. Ich strahle eine tiefe Zufriedenheit aus – und das macht mich fast magisch anziehend.
Früher wurde ich kaum angesprochen, doch heute lerne ich ständig neue Menschen kennen. Ich bekomme Drinks ausgegeben oder werde von Frauen auf meine Ausstrahlung angesprochen – eine völlig neue Erfahrung für mich.
Früher habe ich andere Frauen oft als Konkurrenz gesehen. Heute habe ich fast nur noch weibliche Freundschaften, die mich stärken und motivieren.
Kein Stress, kein Neid, keine Angst, die Wahrheit sagen zu dürfen – einfach ehrlicher Austausch auf
Augenhöhe.
Mein Geburtstag war lange Zeit ein kritisches Datum für mich. Ich habe diesen Tag gehasst und am liebsten ignoriert. Doch heute widme ich ihn mir selbst, gönne mir bewusst etwas und bin einfach dankbar für mein Leben.
Ich genieße die Zeit mit meinen Kindern, meinen Freunden und erfreue mich über jeden neuen Menschen, den ich in meinem Leben kennenlernen darf. Jeder von ihnen lehrt mich etwas.
Ich erinnere mich an ein Date, das mich zunächst negativ geprägt hat: Drei Treffen, dann wurde ich geghostet. Früher hätte mich das tief verletzt. Heute sehe ich es als Bereicherung – denn durch ihn habe ich gelernt, den Ausdruck „deinetwegen“ statt „wegen dir“ zu verwenden.
Es sind diese kleinen Dinge, die mein Wissen und meine Sichtweise stetig erweitern – und genau das fasziniert mich.
Liebe beginnt in dir – nicht in einem anderen Menschen
Vielleicht ist es meine Aufgabe oder mein Seelenplan, mein Leben als Single zu meistern. Oder vielleicht soll ich mich erst im Alter verlieben. Was auch immer das Leben für mich bereithält – ich bin offen und freue mich darauf.
Ich glaube nach wie vor, dass das wichtigste Ziel eines jeden Menschen sein sollte: Sich selbst zu lieben und mit sich allein glücklich zu sein.
Denn nur wer sich selbst liebt, kann wahre Liebe finden – zuerst in sich selbst und vielleicht später in einer anderen Person. Aber die Liebe, die du wirklich brauchst, wirst du niemals in jemand anderem finden.
Mein Fazit: Selbstliebe als Schlüssel zum Glück
Heute helfe ich anderen, Ordnung in ihrem Leben zu finden – sowohl innerlich als auch äußerlich. Diese Arbeit erfüllt mich und macht mich glücklicher als je zuvor. Ich empfinde mehr Freude für mich selbst als jemals zuvor.
Und obwohl ich schon so lange Single bin, kann ich definitiv sagen:
Ich war noch nie so zufrieden wie jetzt.
Wie geht es dir als Single oder in deiner Partnerschaft? Teile gerne deine Gedanken! 😊
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